Die dunkle Seite des Schnees

Ich gehöre zu den Menschen die sich jedes Jahr wie ein kleines Kind über den ersten Schnee freuen können. Je mehr Schnee, desto besser! Gestern war das aber schnell wieder vorbei.

Mittags hatte es selbst hier im Rheinland angefangen zu schneien. Nicht viel, aber stetig. Da es deutlich unter null Grad war, blieb der Schnee auch auf den vielbefahrenen Straßen schnell liegen.

Nachdem ich mich aus dem Büro nach Hause gekämpft hatte, ging es zum Schulungsabend bei der Feuerwehr. Fahrzeug- und Gerätekunde am Gerätewagen Gefahrgut stand auf dem Dienstplan.
Die Unterricht war gerade gut eine halbe Stunde alt, als die Meldeempfänger und Handys diesen abrupt unterbrachen. „Verkehrsunfall, Person eingeklemmt“ war auf den Displays zu lesen.
Sofort konnten wir drei Fahrzeuge besetzen und zur Bundesstraße 264 eilen. Na ja, eilen ist eigentlich nicht der richtige Begriff, denn die Straßen waren spiegelglatt und auch hier galt der alte Spruch „nur wer ankommt, kann auch helfen“.

In Höhe der Ölmühle war ein PKW ins Schleudern geraten und in den Gegenverkehr gerutscht. Beim Zusammenprall mit einem entgegenkommenden PKW wurde der Beifahrer schwerstverletzt im Fahrzeug eingeklemmt.
Trotz sofortiger Befreiung aus dem PKW und Versorgung durch den Rettungsdienst verstarb er noch an der Unfallstelle. Er war erst 22 Jahre alt.

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Da wurde uns schnell wieder vor Augen geführt, wie gefärlich die „weiße Pracht“ auch – oder sollte ich sagen besonders – hier im Rheinland sein kann.
1.784 Verkehrsunfälle verzeichnete die Polizei bis heute morgen 04:00 Uhr in NRW. 107 Personen wurden dabei verletzt, 20 davon schwer. Leider gab es einen Toten zu beklagen. Daher erlangte Langerwehe heute traurige Bekanntheit auch in den überregionalen Medien.

Meine Freude am Schnee ist für den Moment zumindest deutlich gedämpft…

Einen Bericht über den Unfall findet man auf der Website der Feuerwehr Langerwehe.

Vandalen hausen in der Gesamtschule Langerwehe

Heute Nacht gegen 00:40 wurden vier Löschgruppen der Feuerwehr Langerwehe alarmiert.
Nach einem Einbruch-Alarm in der Gesamtschule hatte der Hausmeister in der Mensa eine starke Verrauchung festgestellt. Gleichzeitig hatte auch die Brandmelde-Anlage des Objekts ausgelöst.

So machten sich mitten in der Nacht rund 60 Einsatzkräfte aus Langerwehe, Luchem, Heistern und Schlich auf den Weg zur Gesamtschule.
Die ersten Kräfte bereiteten einen Löschangriff vor und gingen zur weiteren Erkundung unter Atemschutz in das Gebäude vor.
Nach einigen Minuten stellte man dann aber fest, dass es gar kein Feuer gab. Vielmehr waren einige Personen gewaltsam in das Gebäude eingedrungen und hatten im Gebäude 2 mehrere Feuerlöscher mit Löschpulver abgeblasen.

Nahezu das gesamte Gebäude wurde dadurch über mehrere Stockwerke massiv „verraucht“ und verschmutzt, so dass das Gebäude 2 zumindest heute für den Schulbetrieb nicht nutzbar ist.

Übrigens ist das Löschpulver in keiner Weise gesundheitsschädlich! Es mag zwar unangehm sein, wenn es eingeatmet wird, aber es hat keinerlei schädigende Wirkung.




Die Kreispolizeibehörde Düren veröffentlicht dazu folgende Pressemitteilung:

POL-DN: Mutwillig Scheiben eingeschlagen und für Sachschaden gesorgt

Langerwehe (ots) – Ziel bislang nicht bekannter Täter war in der Nacht zum Freitag die Gesamtschule in der Schönthaler Straße. Sie hatten dort eine Scheibe zerbrochen und waren in das Objekt eingedrungen. Dabei könnte es sich um die gleichen Tatverdächtigen handeln, die zuvor vergeblich versucht hatten, in ein Geschäft in der Hauptstraße einzubrechen.

Ein Brandmeldealarm rief die Polizei und Feuerwehr gegen 02.00 Uhr zum Schulgebäude. Als die Beamten zeitgleich mit den Feuerwehrleuten aus Langewehe an dem Gebäude eintrafen, mussten sie eine starke Rauchentwicklung feststellen. Wie sich bei der Nachschau herausstellte, war aber kein Feuer die Ursache dafür. Unbekannte hatten insgesamt fünf Feuerlöscher entleert, nachdem sie sich Zugang ins Innere durch zwei eingeschlagene Fenster geschaffen hatten.

Etwa 25 Minuten früher war eine Schaufensterscheibe eines Heizungs- und Sanitärgeschäftes in der Hauptstraße zu Bruch gegangen. Plakatwände verhinderten aber ein Eindringen der Täter in den Verkaufsraum. Daher ließen sie von ihrem Vorhaben ab und flüchteten, wie eine Zeugin berichten konnte, in Richtung der Gesamtschule.

Sachdienliche Hinweise werden an die Einsatzleitstelle der Polizei in Düren unter Telefon 0 24 21/949-2425 erbeten.

Tag der offenen Tür bei der Löschgruppe Langerwehe (Update)

Diesen Samstag (18.09.) ist es wieder so weit! Die Löschgruppe Langerwehe veranstaltet den dritten Tag der offenen Tür am neuen Standort an der Schönthaler Straße.

Ab 14:00 Uhr warten das Gebäude und die Fahrzeuge darauf von den Bürgern besucht zu werden. Auch auf die Kinder wartet ein interessantes Programm. So werden in diesem Jahr unter anderem kostenlose Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto angeboten. Aber auch mit der Hüpfburg, dem Kinderschminken oder anderen Sachen können die Kleinen sich bei der Feuerwehr die Zeit vertreiben.

Selbstverständlich ist auch für das leibliche Wohl wieder gesorgt! Grill, Cafeteria und Getränke-Bude werden wieder bestens bestückt sein.

Der Tag der offenen Tür endet um 19:00 Uhr. Dann schließt sich aber nahtlos die „Blaulichtparty“ an. Egal bei welchem Wetter wird dann in der Fahrzeughalle open end gefeiert.
Auch abends gibt es natürlich weiterhin leckere Spezialitäten vom Grill.

Die Löschgruppe Langerwehe freut sich auf Ihren Besuch!



Update 19.09.2010:

Einen schönen Bericht über den gelungenen Tag und viele Fotos vom Fest gibt es auf toepfergemeinde.de.

Fußball in Kroatien

Da es in diesem Blog ja auch um Fußball gehen soll, berichte ich heute mal, was ich gestern erlebt habe:

Letzte Woche haben wir spontan mit einigen „Jungs“ die wir hier unten kennengelernt haben überlegt, wir könnten uns ja mal ein Spiel von Hajduk Split oder Sibenik in der ersten kroatischen Liga anschauen.
Ein Blick in den Spielplan löste dann große Freude aus, spielte doch gestern Hajduk Split gegen Dinamo Zagreb, also der Knaller hier in der kroatischen Liga. Und es waren sogar noch Karten zu kriegen. Also Karten besorgt (Sitzplatz Gegengrade für umgerechnet 13 EUR!) und gestern nach Split gefahren.
Etwas mulmig war mir schon, da man mehrfach gehört hatte, dass es bei diesem Spiel regelmäßig zu Ausschreitungen kommt.

Aber als wir am Poljud (dem Stadion im Split) ankamen, war eigentlich alles ziemlich entspannt. Das Wetter war toll und einem Fußball-Fest stand nichts mehr im Wege. Was wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wußten, war, dass gar keine Dinamo-Fans da waren, denn die hatten das Spiel boykottiert. Das hing wohl damit zusammen, dass die kroatische Nationalmannschaft immer in Zagreb spielt und die Hajduk-Fans fordern, dass auch mal woanders gespielt wird. Das hat die Dinamo-Fans wohl verärgert (wenn ich das alles richtig verstanden habe).

Im Stadion waren tatsächlich keine Dinamo-Fans, die zugeteilten Blöcke waren komplett leer, so dass geschätzte 28.000 Zuschauer im Stadion waren (von maximal 34.000). Dennoch war die Stimmung bombastisch. Anders als in den meisten deutschen Stadien machten nämlich alle Zuschauer – inklusive VIP-Tribüne – richtig Stimmung.

Allerdings war das nicht der einzige Punkt an dem man merkte, dass hier eine andere Mentalität vorherrscht als in Deutschland.
So flogen bei nahezu jeder strittigen Schiedsrichter-Entscheidung Feuerzeuge und andere Gegenstände auf das Spielfeld, und das auch von allen Bereichen des Stadions. Unparteiische und Spieler wurden mehr als einmal davon getroffen. In Deutschland wäre das Spiel vermutlich schon in der ersten Hälfte abgebgrochen worden.

Kurz vor der Pause ging Dinamo mit 0:1 in Führung.
Schier unglaubliche Szenen – zumindest für den deutschen Fußball-Fan – spielten sich aber ab, als Hajduk in der zweiten Halbzeit den Ausgleich erzielte. Quasi die komplette Fan-Kurve brannte, Böller ohne Ende wurden auf die Laufbahn und das Spielfeld geworfen. Rauchkerzen wurden abgebrannt.

Ich habe versucht die Szenen in Bild und Ton festzuhalten. Leider kommt es nicht ganz so rüber, wie wir es im Stadion empfunden haben.

Das komplette Stadion war verraucht, man konnte teilweise die Hand vor Augen nicht mehr sehen. Bestenfalls betrug die Sichtweite auch nur 20 Meter. In Deutschland wäre jedes Spiel abgebgrochen oder zumindest für längere Zeit unterbrochen worden. Nicht so in Kroatien, es wurde munter weitergespielt.

Zwischendurch gab es immer wieder Schlägereien in der Kurve, mit kleinerem oder größerem Ausmaß. Aber auch das interessierte niemanden. Laut Radio wurden 45 Fans verhaftet. Interessant, wenn man bedenkt, dass nur Fans einer Mannschaft im Stadion waren…

Auch wenn nur Fans einer Mannschaft im Stadion waren, so war es dennoch ein Erlebnis. Vielleicht war es auch gut so, denn die großen Krawalle, die bei dem Spiel quasi obligatorisch sind, sind so wohl ausgeblieben.

Ach so, ja, Endergebnis war 1:1. Sportlich sicherlich alles andere als ein Highlight, aber vielleicht sind wir da auch durch unsere Bundesliga verwöhnt…

Feuerwehr Langerwehe hilt bei der Katastrophe im Münsterland (Update)

Das nördliche NRW und südliche das Niederachsen wurden in den letzten 36 Stunden von einem Unwetter heimgesucht, welche seinesgleichen in NRW sucht.
In rund 30 Stunden fielen dort stellenweise bis zu 190 Liter Regen pro Quadratmeter.

Die Feuerwehrkräfte vor Ort waren heute Mittag teilweise schon über 24 Stunden im Einsatz, so dass Ablösung aus der Ferne herangeführt werden musste.
Das Land NRW und die Bezirksregierung Köln zogen daraufhin Ihre Konzepte für die vorgeplante überörtliche Hilfe in NRW. Im ganzen Land wurden die Abteilungen der Bezirke alarmiert.
Der Kreis Düren bildet gemeinsam mit dem Kreis Euskirchen die Bereitschaft II der Abteilung Köln.

Gegen 12:30 Uhr gab es den Alarm für die Einheiten aus dem Kreis Düren. Die vorher festgelegten Fahrzeuge fuhren den Sammelraum am feuerschutztechnischen Zentrum des Kreises Düren in Stockheim am.
Nachdem dort die notwendigen Formalitäten (Erfassung des Personals, Ausgabe der Marschbefehls, etc.) erledigt waren ging es gemeinsam mit den Kollegen aus dem Kreis Euskirchen Richtung Münsterland.
Insgesamt machten sich vom FTZ rund 40 Fahrzeuge von Feuerwehr, THW und DRK auf den Weg in das Katastrophengebiet.
Aus Langerwehe ist ein Löschfahrzeug der Löschgruppe Luchem unterwegs. Besetzt ist es mit Kräften aus den Löschgruppen Luchem und Langerwehe.

Stand 19:00 Uhr ist der Verband kurz vor dem Schadensgebiet. Zunächst geht es in die Gemeinde Ahaus (Kreis Borken). Dort wird man dann den konkreten Einsatzauftrag erhalten.
Die Kräfte sind auf einen 12-stündigen Einsatz vor Ort vorbereitet. Unter Umständen werden aber noch mal Kräfte aus dem Kreis Düren zur Ablösung nachgeführt.

Update vom 31.08.2010:

Die Kräfte aus dem Kreis Düren waren am frühen Samstag Morgen wieder zurück in der Heimat.
Bis dahin hatten sie rund 130 Einsatzstellen im Ahaus abgearbeitet.
Weitere Kräfte aus dem Kreis Düren wurden nicht mehr nachgeführt.

Pressemitteilung des IM NRW:

In Teilen Nordrhein-Westfalens ist es durch Regenfälle zu massiven Überflutungen gekommen. Am stärksten betroffen von den Starkregenfällen und Starkwinden waren die Regierungsbezirke Münster und Detmold und hier besonders die Kreise Steinfurt und Borken sowie die Kreise Minden-Lübbecke, Herford und Lippe. Am Donnerstagnachmittag gab es gegen 15.00 Uhr eine amtliche Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes. Seit heute (27.08.), 14.07 Uhr hat der Deutsche Wetterdienst die Warnung aufgehoben. Das erklärte das Innenministerium in Düsseldorf.

 Bei den rund 4.000 witterungsbedingten Einsätzen in dem Regierungsbezirken Münster und Detmold handelte es sich fast ausschließlich um Schäden durch lang anhaltende Regenfälle wie überflutete Keller und übergelaufene Regenrückhaltebecken. In Ahaus und Steinfurt fielen die Kläranlagen aus. In Bad Salzuflen entstanden zusätzlich Sturmschäden, wie abgedeckte Dächer und entwurzelte Bäume. Deutliche Verkehrsbehinderungen gab es im ganzen Einsatzgebiet durch Sperrung überfluteter Fahrbahnen und Bahnstrecken. Besonderes Augenmerk wird derzeit auf möglicherweise noch ansteigende Flusspegel gelegt.

 Die Krisenstäbe der Bezirksregierungen Münster und Detmold sowie die Einsatzleitungen der Kreise Steinfurt und Borken koordinieren die Arbeit der Rettungskräfte. Im Einsatz sind seit gestern inzwischen mehr als 4.200 Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr sowie zahlreiche Hilfsorganisationen und technische Einheiten der Polizei. Davon kommen im Regierungsbezirk Münster insgesamt ca. 2.400 Einsatzkräfte zum Einsatz (Kreis Steinfurt ca. 1.600, Kreis Borken ca. 800) und im Regierungsbezirk Detmold ca. 1.800 Hilfskräfte (davon u.a. ca. 720 im Kreis Minden-Lübbecke und ca. 440 im Kreis Herford). Zur Unterstützung der örtlichen Einsatzkräfte wurden aus dem ganzen Land Einheiten der überörtlichen Hilfe mobilisiert.

 „Die Feuerwehren in NRW haben auch bei dieser Unwetterlage wieder einmal gezeigt, dass sie gut organisiert und auch solchen kurzfristigen Spitzenbelastungen gewachsen sind“, lobte Innenminister Ralf Jäger.