Archiv für den Monat: November 2010

Die dunkle Seite des Schnees

Ich gehöre zu den Menschen die sich jedes Jahr wie ein kleines Kind über den ersten Schnee freuen können. Je mehr Schnee, desto besser! Gestern war das aber schnell wieder vorbei.

Mittags hatte es selbst hier im Rheinland angefangen zu schneien. Nicht viel, aber stetig. Da es deutlich unter null Grad war, blieb der Schnee auch auf den vielbefahrenen Straßen schnell liegen.

Nachdem ich mich aus dem Büro nach Hause gekämpft hatte, ging es zum Schulungsabend bei der Feuerwehr. Fahrzeug- und Gerätekunde am Gerätewagen Gefahrgut stand auf dem Dienstplan.
Die Unterricht war gerade gut eine halbe Stunde alt, als die Meldeempfänger und Handys diesen abrupt unterbrachen. „Verkehrsunfall, Person eingeklemmt“ war auf den Displays zu lesen.
Sofort konnten wir drei Fahrzeuge besetzen und zur Bundesstraße 264 eilen. Na ja, eilen ist eigentlich nicht der richtige Begriff, denn die Straßen waren spiegelglatt und auch hier galt der alte Spruch „nur wer ankommt, kann auch helfen“.

In Höhe der Ölmühle war ein PKW ins Schleudern geraten und in den Gegenverkehr gerutscht. Beim Zusammenprall mit einem entgegenkommenden PKW wurde der Beifahrer schwerstverletzt im Fahrzeug eingeklemmt.
Trotz sofortiger Befreiung aus dem PKW und Versorgung durch den Rettungsdienst verstarb er noch an der Unfallstelle. Er war erst 22 Jahre alt.

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Da wurde uns schnell wieder vor Augen geführt, wie gefärlich die „weiße Pracht“ auch – oder sollte ich sagen besonders – hier im Rheinland sein kann.
1.784 Verkehrsunfälle verzeichnete die Polizei bis heute morgen 04:00 Uhr in NRW. 107 Personen wurden dabei verletzt, 20 davon schwer. Leider gab es einen Toten zu beklagen. Daher erlangte Langerwehe heute traurige Bekanntheit auch in den überregionalen Medien.

Meine Freude am Schnee ist für den Moment zumindest deutlich gedämpft…

Einen Bericht über den Unfall findet man auf der Website der Feuerwehr Langerwehe.